Die Hitzewelle konnte 82 Bürger und Bürgerinnen nicht davon abhalten, an der Rechnungsgemeindeversammlung der Bürgergemeinde Oensingen teilzunehmen.
Nebst den üblichen Traktanden galt das Augenmerk an der Bürgergemeindeversammlung von Oensingen einem Kredit für die Umgestaltung des Sternenplatzes und der Zusicherung einer Kostenbeteiligung an der Photovoltaik-Anlage entlang der A1. Vor rund vier Jahren ist die Einwohnergemeinde auf die Bürgergemeinde zugegangen betreffend Neugestaltung der Umgebung Bienken-Saal und des Sternenplatz. Den beiden vorgelegenen Projekten konnte die Bürgergemeinde in dieser Form damals nicht zustimmen.
In der Folge wurde eine Arbeitsgruppe durch die Einwohner- sowie Bürgergemeinde gebildet, die sich mit der Ausarbeitung eines neuen Projektes befasste. Anlässlich des Adventsfensters letzten Dezember auf dem Sternenplatz wurde die ausgearbeitete Idee präsentiert – die Umgestaltung soll 530’000 Franken kosten. Der Platz soll dabei grüner werden und so mehr zum Verweilen einladen.
«Der Gemeinde etwas zurückgeben»
In seinem Votum zu diesem Vorhaben wies Bürgerpräsident Remo Liechti darauf hin, dass die Bürgergemeinde die Idee hat, die Gesamtkosten zu übernehmen mit der Ergänzung: «Alle Bürger sind auch Einwohner und wir wollen was für die Gemeinde tun. Die Bürgergemeinde muss bekanntlich keine Steuern bezahlen, und so können wir der Gemeinde etwas zurückgeben.»
Der Einwohnergemeinderat selbst hat an seiner Sitzung vom 5. Mai dieses Thema nochmals behandelt und grünes Licht gegeben zur Ausführung durch die Bürgergemeinde. Diskussionslos wurde dem Investitionsbegehren (mit Abschreibungen über 40 Jahre) einstimmig zugestimmt. Nun wird sich der detaillierteren Ausarbeitung dieses Projektes angenommen, sodass an den Dezember-Gemeindeversammlungen weiter orientiert werden kann.

Was jetzt schon klar ist: Die Bürgergemeinde wird dereinst auch Unterhalt und Pflege des Sternenplatzes übernehmen. Weiter muss in den kommenden Monaten unter anderem ein Baurechtsvertrag mit der Einwohnergemeinde erarbeitet werden.
Photovoltaik-Anlage wird mitfinanziert
Entlang der Lärmschutzwand an der A1 ist eine Photovoltaik-Anlage vorgesehen – dies auf einer Länge von rund 2,2 Kilometern. Vor einiger Zeit wurde dazu bereits eine «Einfache Gesellschaft» gegründet, mit Beteiligung der SO-Energie (47,5 Prozent), der Einwohnergemeinde (5 Prozent) und der Bürgergemeinde (47,5 Prozent).
Da der Bau der Lärmschutzwand erst in zwei bis drei Jahren stattfindet – im Zusammenhang mit dem 6-Spur-Ausbau der Autobahn –, verlangt das Bundesamt für Strassen ASTRA eine «Kostenübernahmegarantie» in der Höhe von 500’000 Franken.
Die Bürgergemeinde, die auf Initiative von Bürger Werner Hunziker bei diesem Vorhaben mitbeteiligt ist, sieht mit der späteren Realisierung ein gutes Ergebnis betreffend Stromerzeugung. Die vorgesehenen 1’747 Module sollen künftig eine durchschnittliche Stromleistung erbringen, die für 150 Einfamilienhäuser reichen wird. Der traktandierte Rahmenkredit wurde einstimmig durchgewunken.
Solide Finanzen
Frohe Kunde konnte einmal mehr auch Verwalter Reto Bobst vermelden. Der für das Jahr 2025 budgetierte Ertragsüberschuss von einer halben Million wurde deutlich übertroffen: Der Jahresgewinn beträgt 1’367’877 Franken, der der Kiesgrube und Inertstoffdeponie zuzuschreiben ist.
Text: Bruno Heiniger