Roggen Landwirtschaft

Roggen Landwirtschaft

VOM ROGGEN NUR GUTES

Der Landwirtschaftsbetrieb

Der Oensinger Hausberg wird ökologisch schonend, arbeitsintensiv und liebevoll bewirtschaftet. Ein Landwirtschaftsbetrieb pflegt, bepflanzt und unterhält den Roggen.

Die Roggenparzelle GB Nr. 1233 ist 38.3 Hektaren (ha) gross. Rund 24,4 ha davon sind Wiesland und 12.6 ha Waldland. Die restlichen Flächen bestehen aus Strassen, Hecken, Felsen, Bächen, Gebäuden und Parkplätzen. Die 24.4 ha Wies- und Ackerland sind unterteilt in 5 ha landwirtschaftliche Nutzfläche und 19.4 ha Sömmerungswiesen.

Die Landwirtschaft auf dem Hausberg Roggen wird erstmals 1558 in einer Urkunde erwähnt. Bereits damals befand sich ein Stall oder eine Remise für die Sömmerungsrinder auf dem Roggen. 1697 wurde ein neuer Stall (Hütte) gebaut. Aus den damaligen Unterlagen kann entnommen werden, dass im 18. Jahrhundert diverse Reparaturen und Anbauten vorgenommen wurden. Im Jahr 1895 wurde wiederum ein Neubau erstellt. Von nun an konnte ein Hirt angestellt werden, der zu den 40 bis 50 Weidrindern schauen konnte.
Die Roggenparzelle ging 1903 in Besitz der Bürgergemeinde Oensingen und gilt heute als das «Filetstück».

Bis ins Jahr 2011 wurde der Roggen von einer Bauernfamilie gepachtet, die «nebenbei» das Restaurant führten. Als die letzte Bauernfamilie, die Koch’s, den Roggen verliessen, konnte kein Pächter gefunden werden, der beide Betriebszweige miteinander führen wollte. Also wurde der Roggen 2012 aufgeteilt und die Landwirtschaft einem Landwirten und das Restaurant einem Gastronomen verpachtet. Diese Aufteilung hat sich in den letzten Jahren sehr bewährt und wurde beim Neubau im Jahr 2022 weitergeführt.

Mit dem neuen Pächter des Landwirtschaftsbetriebes, Christoph Saner, wurde ab dem Jahr 2012 viel verändert. Der Roggen wird seither viel ökologischer und naturnaher bewirtschaftet. Die Bewirtschaftung ist dem Mehrjahresprogramm Natur und Landschaft unterstellt. Bewirtschafter und Kanton streben gemeinsam an, die Vielfalt an regionstypischen Pflanzen und Tieren langfristig zu fördern und zu unterhalten. Priorität haben seltene und gefährdete Arten , für die der Kanton Solothurn eine besondere Verantwortung trägt. Gemeinsam werden möglichst grosse, zusammenhängende, naturnahe Lebensräume angestrebt. Es wird dabei auf jegliche Düngung (Handels- und Hofdünger) und auch auf chemisch-synthetische Hilfsstoffe verzichtet. Und auch auf Mähaufbereiter, Mulchgeräte und Laubbläser wird verzichtet.

Früher traf man auf dem Roggen nur Rindvieh (Kälber, Rinder und Kühe) an. In der Folge hatte es überall die typischen schmalen Trampelpfade entlang der steileren Flächen. Geplant war, ab 2012 den Roggen mit je einem Drittel Rindvieh, einem Drittel unbeschlagenen Pferden und einem Drittel Ziegen zu bewirtschaften. Alle drei Arten haben ein anderes Fressverhalten. Auf die Ziegen musste man dann leider wegen dem Mehrjahresprogramm Natur und Landschaft verzichten. Ziegen können mit ihrem selektiven Fressverhalten gewisse schützenswerte Pflanzen verdrängen. Aus diesem Grund wurde der Anteil an unbeschlagenen Pferden verdoppelt. Die Bodenstruktur und der Pflanzenbestand haben sich mit dieser Zusammensetzung beider Tierarten verbessert. Die Trampelpfade sind fast verschwunden und neue Pflanzenarten haben sich angesiedelt. Nebst dem «Weiden» wird Futterbau betrieben und kleine Flächen von Zwiebeln, Knoblauch und Kartoffeln angepflanzt.

Bewusst findet man auf dem Roggen Büsche von Weissdornen und Hundsrosen (Hagenbutten). Diese auf der ganzen Weide verteilten Buschgruppen gepflegt und gefördert. Sie sollen seltenen Vogelarten (zB. Neuntöter) als Nistplatz dienen. Seit einigen Jahren werden die wild wachsenden Birlibäume (Wildbirne) herangezogen. Die Äste sind zwar mit Dornen besetzt, werden aber trotzdem mit einem Drahtgitter geschützt. In einigen Jahren kann man den feinen Roggenbirlischnaps daraus produzieren. Die stetig wild aufkommenden Triebe von Sträuchern werden jedes Jahr zurückgeschnitten.

Der im Jahr 2022 neu gebaute Roggen verfügt nun über einen abgetrennten Landwirtschaftsteil, der als Ganzjahresbetrieb genutzt werden kann. Die Stallungen und Ausläufe wurden entsprechend ausgebaut. Dem Landwirt steht seither auch eine eigene kleine Wohnung zur Verfügung.